Innovationszentrum für Quantenoptik und Sensorik entsteht in Jena und Ilmenau

Übergabe der Fördermittelbescheide (v.l.): Andreas Tünnermann (Fraunhofer IOF), Walter Rosenthal (FSU Jena), Wolfgang Tiefensee (TMWWDG), Kai-Uwe Sattler und Jens Müller (TU Ilmenau).

Minister Tiefensee übergibt Förderbescheide über drei Millionen Euro

In Thüringen entsteht ein neues Innovationszentrum für Quantenoptik und Sensorik(InQuoSens). Dazu übergab Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefenseevergangene Woche zwei Förderbescheide über jeweils 1,5 Millionen Euro aus EU- undLandesmitteln an den Präsidenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), Prof. Dr.Walter Rosenthal und den Prorektor Wissenschaft der Technischen Universität Ilmenau(TUIL), Prof. Dr. Kai-Uwe Sattler. Die Mittel fließen insbesondere in die Anschaffung vonLaborgeräten und in Personalkosten. Beide Universitäten werden gemeinsam Träger desneuen, standortübergreifenden Innovationszentrums.

Das Themenfeld Quantenoptik und Sensorik füge sich hervorragend in die Innovationsstrategiedes Landes ein, Thüringen zu einem Vorreiter auf dem Gebiet der industriellenMesstechnik zu machen, sagte Wissenschaftsminister Tiefensee. »Durch die Quantenoptikkönnen Messverfahren in vielen Bereichen weiter verfeinert und bisherige Begrenzungenüberwunden werden.« Das gelte z.B. für die Mikroskopie, die Halbleiter-Lithographie, Bildgebung oder die Sensorik. »Das neue Innovationszentrum soll die inThüringen vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Quantenoptik und der industriellenSensorik bündeln und für neue Anwendungen nutzbar machen.«

InQuoSens ist nach dem Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) in Ilmenauund dem Center for Energy and Environmental Chemistry (CEEC Jena) in Jena das dritteInnovationszentrum, das in diesem Jahr vom Land gefördert wird. Die Einrichtung einesInnovationszentrums an der Schnittstelle von Photonik und Sensorik war zuletzt auchvom Wissenschaftsrat ausdrücklich befürwortet worden.

»Die Verbindung der komplementären Kompetenzen und wissenschaftlichen Alleinstellungsmerkmaleim Innovationszentrum wird ein Schwergewicht in der internationalenForschung im Bereich der Quantentechnologien entstehen lassen«, sagte der Direktordes Instituts für Angewandte Physik der FSU Jena und des Fraunhofer IOF, Prof. Dr. Andreas Tünnermann.

FSU Jena, Fraunhofer IOF und TU Ilmenau arbeiten schon heute gemeinsam an derFrage, wie sich Quantentechnologien beispielsweise im autonomen Fahren oder dermedizinischen Diagnostik anwenden lassen. »Mit InQuoSens entsteht ein leistungsfähigerForschungsverbund, der in einem Themenfeld agiert, welches einerseits noch Gegenstandexzellenter Grundlagenforschung, andererseits aber bereits Treiber konkreter Innovationen in der optischen Sensorik ist«, sagte der Präsident der FSU Jena, Prof. Dr.Walter Rosenthal. »Die damit verbundenen Entwicklungsperspektiven werden die Attraktivitätdes Standorts Jena für herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerweiter steigern. Daneben wird die Strahlkraft erfolgreicher Forschung in denQuantentechnologien, verbunden mit der darauf ausgerichteten akademischen Lehre,die Anziehungskraft der Thüringer Universitäten für Studierende fördern.«

»Das Innovationszentrum soll nicht zuletzt auch der Graduiertenausbildung und demTechnologietransfer dienen«, betonte Prof. Dr. Kai-Uwe Sattler, Prorektor Wissenschaftder Technischen Universität Ilmenau. Quantenoptik und Sensorik werden im InQuoSensinsbesondere durch das Abbe Center of Photonics (ACP) der FSU Jena und das Institutfür Mikro- und Nanotechnologien MacroNano® (IMN) der TU Ilmenau vertreten. Dieunmittelbare Zusammenarbeit beider technologisch komplementär aufgestellter Zentrenbefähigt InQuoSens, die gesamte wissenschaftliche Prozesskette von der Grundlagenforschung,Prozessentwicklung, Charakterisierung, Systemintegration und Prototypenentwicklungin der Quantenoptik und Sensorik abzudecken und auf die konkretenInnovationsbedarfe der Thüringer Industrie einzugehen.

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Redaktion
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