Produktpiraterie: Glas fälschungssicher markieren

LZH-Logo und Schachbrettmuster mit beugenden Strukturen (Foto: LZH)

Seit Jahren steigt die Zahl nachgemachter Produkte in allen Bereichen an. Neben wirtschaftlichen Schäden im Milliardenbereich können, wenn es um Medikamente geht, auch Menschenleben in Gefahr geraten. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) arbeitet deshalb an einem flexiblen Markier- und Identifikationsverfahren, um unter anderem hochwertige Medikamente in Glasampullen fälschungssicher zu machen.

Mit einem robusten und industriell etablierten Markierlaser sollen Produkte schon während des Verpackungsprozesses sekundenschnell und individuell mit einem eineindeutigen Echtheitszertifikat versehen werden. So die Vision des Projekts GLaSIDeE. Dafür arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LZH an Verfahren, mit denen sich gerade und gebogene Glasflächen fälschungssicher markieren lassen.

Eineindeutige Fingerabdrücke
Beim Lasermarkierverfahren wird ein dekorativer Schriftzug, eine Nummer oder ein zweidimensionaler Barcode direkt in das Glas gebrannt. Die Markierungen sind dabei nur wenige Nanometer tief. Der Vorteil ist dabei die Flexibilität: Ohne großen Aufwand und zusätzliche Kosten kann jedes Teil individuell markiert werden, etwa mit einer fortlaufenden Seriennummer.

Bisher ist jedoch keine eineindeutige Identifizierung auf Glas möglich. Im Projekt soll deshalb ein spezielles Verfahren entwickelt werden, mit dem jedes Teil einen individuellen Fingerabdruck bekommt. Für die unsichtbaren Markierungen entwickelt das LZH außerdem ein Ausleseverfahren. Zusammen wollen sie eine weit über konventionelle Verfahren hinausgehende Fälschungssicherheit erreichen.

Das Projekt „Glasmarkierung mit Laser als Sicherheits-, Identifikations- und Design-Element“ (GLaSIDeE) wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand.

Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 17 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.

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