40 Jahre erfolgreiche deutsch-chinesische Zusammenarbeit in der Metrologie

Die deutsche Delegation in Peking. Mit dabei sind der Nobelpreisträger Klaus von Klitzing, PTB-Präsident Joachim Ullrich, PTB-Vizepräsident Roman Schwartz sowie der ehemalige PTB-Präsident Ernst O. Göbel. Foto: PTB

Von anfänglicher Starthilfe bis zur Kooperation auf Augenhöhe – Delegation der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt reist zum Festakt nach Peking

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Staatliche Zentralamt für Marktregulierung (SAMR) haben heute vereinbart, ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Metrologie fortzusetzen. Bei der Wissenschaft vom Messen kooperieren Deutschland und China bereits seit 40 Jahren miteinander. Aus diesem Anlass findet vom 21. bis 23. August 2019 ein Festakt in Peking statt, zu dessen Auftakt die Zusammenarbeit um weitere fünf Jahre verlängert wurde.

Staatssekretär Dr. Nussbaum: „Für die Entwicklung unserer Handelsbeziehungen spielt die Metrologie eine wichtige Rolle. Sie ist Teil einer funktionierenden Qualitätsinfrastruktur, die Vertrauen schafft und Handelshemmnisse abbaut. Es hilft unserer Exportwirtschaft, wenn Prüfverfahren vereinheitlicht und internationale Normen und Standards umfassend angewendet werden. Von der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit bei der Metrologie profitieren deutsche Unternehmen ganz konkret: Hersteller von Waagen, Explosionsschutzeinrichtungen oder Thermometern aus Deutschland erzielen große Erfolge auf dem chinesischen Markt. Die Metrologie ist ein praktisches Beispiel dafür, dass sich internationale Zusammenarbeit für alle Beteiligten lohnt. Die Bundesregierung wird diesen Kurs konsequent weiterverfolgen.“

Im wissenschaftlich-technischen Bereich wird die Kooperation maßgeblich durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) getragen, das nationale Metrologieinstitut Deutschlands. Der Präsident der PTB, Prof. Dr. Joachim Ullrich, lobt die gute Zusammenarbeit mit der Partnerinstitution in China, dem Nationalen Metrologieinstitut (NIM): „Die Fortschritte auf dem Gebiet der Metrologie in China sind auch dank der langjährigen Unterstützung durch die PTB bemerkenswert. Heute kooperieren beide Metrologieinstitute auf Augenhöhe und beide Nationen profitieren von industriellen Entwicklungen und Innovationen auf der Basis höchster messtechnischer Präzision.“

Während in den ersten Jahren der Zusammenarbeit die Ausbildung von rund 400 chinesischen Kollegen des NIM in der PTB im Vordergrund stand, so ist das Nationale Metrologieinstitut Chinas inzwischen zu einem Global Player geworden, der eine international führende Stellung in der Metrologie anstrebt und teilweise bereits erlangt hat.

Ein Meilenstein der Zusammenarbeit war die gemeinsame Arbeit an der Revision des Internationalen Einheitensystems. So war das NIM an dem von der PTB geleiteten Avogadro-Projekt zur Neudefinition des Kilogramms beteiligt und lieferte insbesondere einen hochgenauen Wert für die Boltzmann Konstante. Die neuen Definitionen des Internationalen Einheitensystems sind seit dem 20. Mai 2019 in Kraft. Der Wunsch nach weiteren gemeinsamen Forschungsvorhaben, z. B. in den Bereichen der Quantentechnologie, 3D-Messtechnik, Energieerzeugung und -transport sowie der Digitalisierung im Messwesen, ist groß. 

Aufrechterhalten wird der wissenschaftliche Austausch nicht nur durch gemeinsame Forschungsprojekte, sondern auch durch Symposien (stets abwechselnd in China und Deutschland stattfindend), Gastwissenschaftleraufenthalte und andere Formen des Wissens-Austausches. Dabei entstanden zahlreiche Publikationen sowie gute Kontakte zu einer ganzen Reihe deutscher und chinesischer Universitäten.  if/PTB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Joachim Ullrich, Präsident der PTB, Telefon: (0531) 592 1001, E-Mail: joachim.ullrich@ptb.de

Autor: Imke Frischmuth

Imke Frischmuth
Redakteurin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
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